Über Radon – Was ist Radon überhaupt?

Radon ist ein sogenanntes Edelgas, das auch radioaktiv ist, d. h.  es gibt Strahlung ab, die ionisierend ist.  Wenn Menschen zu sehr dieser Strahlung  an ihrem Arbeitsplatz oder in ihrer Wohnung ausgesetzt sind, kann das zur Schädigung der Zellen und damit zum Krebs  führen.  Man schätzt, dass weltweit bis zu 14 %  aller Lungenkrebserkrankungen hauptsächlich auf  Radon auf zurückzuführen sind.

Radon kommt aus dem Erdreich

Radon kommt natürlich im Boden vor, da Radon entsteht, wenn Uran zerfällt.  Radon betrifft meistens Häuser, die einen Keller haben oder auf andere Weise direkt mit dem Erdreich verbunden sind.

Radon und seine Gefahren

Radon ist ein natürliches radioaktives Gas, das beim Zerfall von Uran238 gebildet wird. Das Radongas wiederum zerfällt in radioaktive Zerfallsprodukte. Diese Zerfallsprodukte (radioaktive Metallatome) lagern sich beim Einatmen in unserem Atemtrakt ab und zerfallen dort vollständig, wobei eine Strahlung abgegeben wird, die die Zellen unserer Atemwege und Lungen schädigen kann. Das führt im schlimmsten Fall zu Krebserkrankungen. Die Weltgesundheitsbehörde  World Health Organization, WHO geht davon aus, dass 3%-14% aller Lungenkrebserkrankungen durch Radon in der Raumluft verursacht werden und empfehlt einen Grenzwert der Radonkonzentration von 100 Becquerel pro Kubikmeter.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat berechnet, dass in Deutschland etwa 1.900 Todesfälle pro Jahr durch Radon in Wohnungen verursacht werden. In der Europäischen Union sind es ungefähr 20.000 Todesfälle pro Jahr. Übersteigt die Radonkonzentration in der Raumluft dauerhaft 100 Becquerel pro Kubikmeter, so erhöht sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken mit circa 16 Prozent.

Radon wird mit Detektoren gemessen

Radon wird gewöhnlich mit Hilfe von sogenannten Radondetektoren gemessen.  Das sind kleine „Dosen“ (Detektoren), die man in der Wohnung oder am Arbeitsplatz  über einen bestimmten Zeitraum hinweg auslegt, um festzustellen, wie hoch die Radonwerte in genau den Räumen sind, in denen die Messungen  durchgeführt wurden.

Es ist deshalb am besten, die Radondetektoren in Räumen aufzustellen, in denen man sich oft aufhält wie Schlafzimmer und  Wohnzimmer.  In dem Raum,  in dem man selbst oder die Familie die meiste Zeit verbringt, kann es sinnvoll sein, zwei Detektoren an unterschiedlichen Stellen im Zimmer zu platzieren, um eine so genaue Messung wie möglich zu bekommen

Schnellmessung oder Langzeitmessung

Es gibt zwei verschiedene Arten von Detektoren, die man zur Messung von Radon verwenden kann.  Die erste dieser beiden ist der Detektor, der eine Langzeitmessung ausführt. Dieser ist am meisten bekannt. Mit Hilfe einer sogenannten Langzeitmessung, bekommt man einen Jahresmittelwert vom Radongehalt in der Raumluft.  Eine Langzeitmessung von Radon ist nur während des Winterhalbjahres  möglich, da  im Gegensatz zum Sommer weniger fleißig gelüftet wird. Dies hat zur Folge, dass das Radon konzentriert wird  und somit die Messung optimiert.  Die Langzeitmessung dauert ungefähr drei  Monate bis ein Jahr und alles was man machen muss,  ist die Detektoren zu platzieren und sie dann während des gesamten Zeitraumes liegen zu lassen, bevor man die Detektoren wieder zurück sendet.

Sollten Sie nicht die notwendige Zeit für eine Langzeitmessung haben, gibt es  zudem Detektoren, die eine Schnellmessung ausführen.  Sie ermittelten zwar  nicht die durchschnittliche Jahresmenge von Radon, können  aber schnell einen annähernden Hinweis geben, wie sehr das Gebäude Radon ausgesetzt ist. Schnellmessungen dauern bis zu zehn Tage und können das ganze Jahr über durchgeführt werden.

Messung von Radon in der Raumluft

Da Radon weder sichtbar ist noch riecht, ist Messung die einzige Möglichkeit das Gas zu entdecken. Der Radongehalt der Raumluft schwankt innerhalb der Jahreszeiten. Diese Schwankung beruht vor allem auf die Veränderung der Außentemperatur und den Windverhältnissen. Der Gehalt variiert aber auch innerhalb eines Tages, und von Raum zu Raum. Wie gut eine Belüftungsanlage funktioniert oder wie oft man selbst lüftet, ist ebenfalls von Bedeutung.

Der Radongehalt in der Raumluft sollte gemessen werden:

  • Wenn noch keine Messung durchgeführt wurde oder viele Jahre seit der letzten Messung vergangen sind
  • Nach einer Renovierung, da sich kleine Risse im Fundament gebildet haben könnten, durch die das Radon vom Erdboden aus eindringen kann
  • Wenn früher schon hohe Konzentrationen gemessen und Maßnahmen den Radongehalt im Gebäude zu verringern, durchgeführt wurden.

Die Messung sollte am besten über ein Jahr durchgeführt werden, mindestens aber drei Monate während der Heizperiode (1. Oktober – 30. April) stattfinden, damit sie zuverlässig ist– je längere Messzeit desto genauere Messung. Die Grenz- und Richtwerte werden als Jahresmittelwert angegeben. In bestimmten Fällen werden Messungen mit kürzerer Messzeit vorgenommen, um einen ungefähren Wert zu erhalten. Für diese Kurzzeitmessungen verwenden wir unseren speziell entwickelten Detektor Rapidos®, mit dem während mindestens 10 Tage gemessen wird. Kurzzeitmessungen sind üblich bei Hauskauf und –verkauf, wenn man schnell einen Anhaltswert über die Höhe des Radongehaltes in der Raumluft bekommen möchte.

Die Messmethode, die wir anwenden, ist durch SWEDAC akkreditiert und vom BfS anerkannt.

Nach der Messung

Wenn der Messzeitraum für die gewählten Detektoren abgelaufen ist, sendet man die Detektoren ganz einfach wieder zurück. Danach bekommt man einen vollständigen Ergebnisbericht erstellt.  Es dauert üblicherweise nur eine Woche bis dieser Bericht an Sie abgeschickt wird.

Bei zu hohem Radongehalt

Wenn die Radonkonzentration 100 Becquerel pro Kubikmeter übersteigt, ist es sinnvoll Maßnahmen zu ergreifen, um den Radongehalt zu senken. Jedes Haus und jedes Gebäude ist einzigartig und ebenso das Radonproblem. Daher ist es wichtig, zuerst die Radonursache durch eine fachmännische Besichtigung zu ermitteln, um dann gezielte Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

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