Über Radon

Radon und seine Gefahren

Radon ist ein natürliches radioaktives Gas, das beim Zerfall von Uran238 gebildet wird. Das Radongas wiederum zerfällt in radioaktive Zerfallsprodukte. Diese Zerfallsprodukte (radioaktive Metallatome) lagern sich beim Einatmen in unserem Atemtrakt ab und zerfallen dort vollständig, wobei eine Strahlung abgegeben wird, die die Zellen unserer Atemwege und Lungen schädigen kann. Das führt im schlimmsten Fall zu Krebserkrankungen. Die Weltgesundheitsbehörde  World Health Organization, WHO geht davon aus, dass 3%-14% aller Lungenkrebserkrankungen durch Radon in der Raumluft verursacht werden und empfehlt einen Grenzwert der Radonkonzentration von 100 Becquerel pro Kubikmeter.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat berechnet, dass in Deutschland etwa 1.900 Todesfälle pro Jahr durch Radon in Wohnungen verursacht werden. In der Europäischen Union sind es ungefähr 20.000 Todesfälle pro Jahr. Übersteigt die Radonkonzentration in der Raumluft dauerhaft 100 Becquerel pro Kubikmeter, so erhöht sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken mit circa 16 Prozent.

Messung von Radon in der Raumluft

Da Radon weder sichtbar ist noch riecht, ist Messung die einzige Möglichkeit das Gas zu entdecken. Der Radongehalt der Raumluft schwankt innerhalb der Jahreszeiten. Diese Schwankung beruht vor allem auf die Veränderung der Außentemperatur und den Windverhältnissen. Der Gehalt variiert aber auch innerhalb eines Tages, und von Raum zu Raum. Wie gut eine Belüftungsanlage funktioniert oder wie oft man selbst lüftet, ist ebenfalls von Bedeutung.

Der Radongehalt in der Raumluft sollte gemessen werden:

  • Wenn noch keine Messung durchgeführt wurde oder viele Jahre seit der letzten Messung vergangen sind
  • Nach einer Renovierung, da sich kleine Risse im Fundament gebildet haben könnten, durch die das Radon vom Erdboden aus eindringen kann
  • Wenn früher schon hohe Konzentrationen gemessen und Maßnahmen den Radongehalt im Gebäude zu verringern, durchgeführt wurden.

Die Messung sollte am besten über ein Jahr durchgeführt werden, mindestens aber drei Monate während der Heizperiode (1. Oktober – 30. April) stattfinden, damit sie zuverlässig ist– je längere Messzeit desto genauere Messung. Die Grenz- und Richtwerte werden als Jahresmittelwert angegeben. In bestimmten Fällen werden Messungen mit kürzerer Messzeit vorgenommen, um einen ungefähren Wert zu erhalten. Für diese Kurzzeitmessungen verwenden wir unseren speziell entwickelten Detektor Rapidos®, mit dem während mindestens 10 Tage gemessen wird. Kurzzeitmessungen sind üblich bei Hauskauf und –verkauf, wenn man schnell einen Anhaltswert über die Höhe des Radongehaltes in der Raumluft bekommen möchte.

Die Messmethode, die wir anwenden, ist durch SWEDAC akkreditiert und vom BfS anerkannt.

Bei zu hohem Radongehalt

Wenn die Radonkonzentration 100 Becquerel pro Kubikmeter übersteigt, ist es sinnvoll Maßnahmen zu ergreifen, um den Radongehalt zu senken. Jedes Haus und jedes Gebäude ist einzigartig und ebenso das Radonproblem. Daher ist es wichtig, zuerst die Radonursache durch eine fachmännische Besichtigung zu ermitteln, um dann gezielte Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Wenn Sie mehr über Radon in der Welt lesen möchten

International WHO
Europa ERA
USA AARST
Kanada CARST
Schweden SSM
Österreich BMLFUW
Schweiz BAG
Deutschland Bundesamt für Strahlenschutz
Irland RPII EPA
England PHE
Dänemark Sundhedsstyrelsen
Finnland STUK
Frankreich Radon France

Häufige Fragen und Antworten